Podcast: kostbar - wertvolle Ernährung trotz Einschränkungen
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Aktueller Forschungsstand zu Probiotika

Wie weit ist man eigentlich in der Forschung zu Probiotika? Was ist das Ziel der Forschung und wie vielversprechend ist dieses Ziel? Und für welche Krankheitsbilder gilt eine Behandlung mit Probiotika bereits als gesichert? All diese Fragen habe ich mir in der Recherche für die neueste Podcast-Folge gestellt. Die Folge wurde inspiriert durch einen Vortrag, den ich im Rahmen des Online-Allergietags des Deutschen Allergie- und Asthmabundes (DAAb) anhören durfte. Hier erfährst du die spannenden Erkenntnisse.

In dieser Folge erfährst du …

… was Probiotika sind und welche Wirkung sie haben.
… was Prä- und Synbiotika sind.
… wo man in der Probiotika-Forschung langfristig hin will.
… wann der Einsatz von Probiotika derzeit sinnvoll ist.
… wie sinnvoll derzeit Stuhltest sind.
… 5 Tipps für eine darmgesunde Ernährung.

Jetzt in die Podcast-Folge reinhören:

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Die wichtigsten Erkenntnisse zum Thema Probiotika aus dieser Podcast-Folge:

Zum Einstieg war zunächst einmal wichtig zu erläutern, was Probiotika, Präbiotika und Synbiotika eigentlich sind, dazu verweise ich gern auf diesen Blogartikel. Im Anschluss ging es dann um den Vortrag von Dr. Imke Reese im Rahmen des Online-Allergietags des DAAb und meine eigenen, zusätzlichen Recherchen zum aktuellen Forschungsstand:

  • Das Darmmikrobiom ist derzeit noch wenig erforscht, weil es sich von Mensch zu Mensch unterscheidet und weil viele Mikroorganismen bei Kontakt mit Sauerstoff sterben.
  • Das Ziel der Mikrobiom-Forschung ist es, irgendwann einmal individuell auf jeden Menschen zugeschnittene Probiotika zu entwickeln.
  • Ein gezielter Einsatz von Probiotika ist derzeit aufgrund der individuelle Unterschiede nicht möglich. Deshalb müssen ggf. mehrere Probiotika-Präparate mit unterschiedlicher Zusammensetzung ausprobiert werden, um dasjenige zu finden, das für einen eine gute und spürbare Wirkung erzielt.
  • Als Qualitätsmarker für ein gesundes Darmmikrobiom hat man derzeit nur die Diversität, also die Artenvielfalt der Bakterien. Je vielfältiger sie sind, desto effektiver ist z.B. die Immunabwehr.
  • Jeder Bakterienstamm hat seine eigene Wirkung.
  • Obwohl noch nicht abschließend geklärt, sieht es danach aus, als hätten Probiotika für gesunde Menschen eine präventive Wirkung für Krankheiten. Hier sind dann jedoch probiotische Lebensmittel sinnvoller als ein Präparat aus der Apotheke. Nichtsdestotrotz gilt die Einnahme von Probiotika als Präparat für gesunde Menschen als sicher, es sind keine Nebenwirkungen bekannt.
  • Es gibt 6 Krankheitsbilder, bei denen wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass ein Einsatz von Probiotika eine positive Wirkung hat, und wo diese Maßnahme bereits in die Therapie-Leitlinien aufgenommen wurde:
    • Laktoseintoleranz, allerdings nur, wenn die Stämme Lactobacillus delbrueckii bzw. Lactobacillus bulgaricus und Streptococcus thermophilus enthalten sind (auf Joghurts steht in dem Fall der Hinweis, dass die Verdauung von Laktose mit diesem Produkt verbessert wird)
    • ein mit Antibiotika oder dem Bakterium Clostridium difficile in Verbindung stehender Durchfall, wobei Probiotika hier auch nur präventiv wissenschaftlich belegte Effekte zeigen
    • Reizdarmsyndrom, wobei je nach Reizdarm-Typ (Verstopfung, Durchfall, beides im Wechsel) ein anderer Bakterienstamm wirksamer ist
    • Colitis ulcerosa (chronisch-entzündliche Darmkrankheit)
    • bakterielle Infektionen bei Neugeborenen (präventiv)
    • nekrotisierende Enterocolitis (Darmerkrankung bei Früh- und Neugeborenen, präventiv)
  • Dr. Reeses Meinung zu Stuhltests, die das Darmmikrobiom untersuchen: derzeit nicht sinnvoll. Das liegt daran, dass nur das untersucht werden kann, was unter Sauerstoff-Einfluss überleben kann, und dass man derzeit noch zu wenig über ein gesundes Mikrobiom weiß. Nichtsdestotrotz können Stuhltests einen Hinweis darauf geben, wie es um die 3 bisher schon gut erforschten Bakterienstämme bestellt ist – das erkennen gute Diätassistenten allerdings schon an einem Ernährungstagebuch.
  • 5 Tipps für eine darmgesunde Ernährung:
    • Gemüse essen: Gemüse dabei schonend garen und auch mal roh essen
    • Fermentiertes essen: z.B. Sauerkraut, Kimchi etc. Mehr dazu erfährst du hier.
    • vielfältig ernähren: Lebensmittel so oft es geht abwechseln
    • präbiotische Lebensmittel integrieren: vor allem Lebensmittel, die Inulin und Oligofructose enthalten. Mehr dazu erfährst du hier.
    • falls du vorher nicht so gemüse- und vollkorn-betont gegessen hast, steigere die Mengen lieber langsam, damit sich dein Darm an die Menge an Ballaststoffen gewöhnen kann

Wenn du mehr Hintergründe und Details zu diesem Thema wissen möchtest, dann hör in die oben im Player angezeigte Podcast-Folge rein 🙂

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Dies war die vorerst letzte Podcast-Folge

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Quellen

Vortrag „Wundermittel Probiotika?“ von Dr. Imke Reese im Rahmen des Online-Allergietags des DAAb
Artikel “Probiotika – Orientierung in einem unübersichtlichen Markt” aus der Zeitschrift “Ernährungsumschau 10/2020
Webseite der International Scientific Association for Probiotics and Prebiotics (ISAPP)

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